Chronik

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Klosterlechfeld

 

Vereinschronik (Stand 2006)



Die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Klosterlechfeld erfolgte am 14. September 1901 unter Bürgermeister Heinrich Neumayer. Als 1. Kommandant wurde Landolin Weck gewählt. 42 Mit-glieder zählte die FFW bei ihrer Gründung, die meisten männlichen Erwachsenen des Dorfes.

Im April 1908 leistete die Mannschaft ihren ersten Einsatz. Ein Zimmerbrand im Gasthaus zur Post, ausgelöst durch die Hitze einer Hängelampe, die einen Deckenbalken in Brand gesetzt hat-te, rief 9 Mann auf den Plan, die des Brandes ohne Hilfe Herr wurden. Am 12. September 1909 beschädigte ein Blitzschlag das Anwesen Gschwilm und brachte den Kamin zum Einsturz. Da der Blitz nicht gezündet hatte, reichten 3 Mann aus, den Schaden zu beseitigen. Auch ein Zim-merbrand im Anwesen Karg im Jahre 1912 konnte schnell gelöscht werden, weil 5 Feuerwehr-leute gleich zur Stelle waren. Ein großer Brand verlangte am 10. Januar 1926 den vollen Einsatz der Feuerwehr. 35 Mann versuchten das Anwesen Immel zu retten, bei dem bereits der Dachstuhl in hellen Flammen stand. Aber das Einreißen des Gebäudes mußte angeordnet werden, da sonst das schwelende Gebälk nicht hätte gelöscht werden können. Am 17. März 1926 riefen Hilferufe und Glockenläuten morgens 4 Uhr 10 Leute in die Metzgerei Knoll, wo ein Lastwagen in Brand geraten war. Feuerrufe und Trompetensignale riefen die Mannschaft im Oktober 1929 in das Anwesen Fadini, wo ein Lagerhaus total abbrannte. Auch beim Brand im Februar 1933 im Anwesen Bauer konnte die Feuerwehr nur das Übergreifen auf weitere Gebäude verhindern, weil der Stadel be¬reits bei ihrem Eintreffen völlig in Flammen stand. Am 11. Oktober 1941 brannte die Scheune der Familie Friedrich.

Nach Kriegsende, im Herbst 1945, wurde eine Motorspritze nebst Zubehör aus alten Wehr-machtsbeständen beschafft.

Das 50-jährige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr wurde im Jahre 1951 festlich begangen.
1954 wurde die alte Standarte durch eine neue Fahne ersetzt, die feierlich geweiht wurde. Bis zu diesem Zeitraum war die Lechfelder Wehr 14mal zu Hilfe gerufen worden und hatte durch ihr tatkräfti¬ges Eingreifen stets größeren Schaden verhütet, so auch 1955 bei einem Zimmerbrand bei der Familie Mößbauer und bei 3 Scheunenbränden im Jahre 1960 an der Schwabstadler Straße.

Im Jahre 1960 konnte die alte Tragkraftspritze durch eine neue er¬setzt werden.

Beim Brand im Anwesen Rieder 1961 eilte auch die Fliegerhorstfeu¬erwehr und die Feuerwehr aus Schwabmünchen zu Hilfe.
Im Mai 1965 wurde durch die Gemeinde ein Tragkraftspritzenfahrzeug angeschafft.
Am 11. und 12. Juni 1965 mußte die Feuerwehr bei der Überschwem¬mung in Schwabmünchen mithelfen, größeren Schaden zu verhüten.

Bei einem Wohnungsbrand im Haus Frühholz sowie nach einer Ölofenexplosion bei der Firma Fadini im Jahre 1970 zeigte die Freiwil¬lige Feuerwehr ebenfalls ihre Einsatzbereitschaft.



1973 rief die Sirene die Feuerwehr zu einem Brand in der Werkstätte der Firma Lutz und 1975 zu einem Zimmerbrand in der Kinosiedlung.

Am 14. März 1976 wurde die Wehr von der Landpolizei zu einem Brand ins Südlager gerufen und im September des gleichen Jahres zum Anwesen Reiß.
Im November 1976 konnte die Freiwillige Feuerwehr ihr 75-jähriges Bestehen feiern. Höhepunkt des Jubiläums war die Einweihung eines modernen Löschfahrzeuges, das zur Aufnahme einer Löschgruppe mit Ausrüstung diente. Das alte Fahrzeug wurde danach als Transport und Rüst-fahrzeug weiterhin eingesetzt.
Dank des neuen Einsatzfahrzeuges wurde erreicht, daß im Ernstfall somit mehr Personal und Ausrüstung zum Einsatzort befördert werden konnten.

Im Zeitraum von Juni bis Oktober 1977 wurde das damalige Feuerwehrgerätehaus an der Bay-ernstraße in Eigenarbeit von den aktiven Mitgliedern der Wehr durch einen Anbau vergrößert, um genügend Unterstellmöglichkeit für beide Fahrzeuge zu erhalten.

Im Jahre 1978 ertönte die Sirene bereits zu Jahresbeginn und rief die Wehr gleich zweimal nach Lagerlechfeld zur Bekämpfung eines Brandes an der Güterhalle sowie einer Scheune im Anwe-sen Sturm.
Am 15. Mai, bei einem Brand des Saalbaues in Königsbrunn, wurde unsere Feuerwehr ebenfalls gerufen.
1978 erfolgte außerdem zur besseren Hilfeleistung bei Unfällen die Anschaffung einer hydrauli-schen Rettungsschere mit Spreizer, die im darauffolgendem Jahr bei 4 Verkehrsunfällen zur Ret-tung von Menschenleben ihre erste Bewährungsprobe bestand.

Gegen Ende des Jahres wagte die Freiwillige Feuerwehr unter ihrem Kommandanten Hermann Däubler den Schritt zum Rathaus und beantragte bei der Gemeinde den Bau eines neuen Feuer-wehrgerätehauses mit der Begründung, daß das alte Feuerwehrhaus aus allen Nähten platze. Die Wehr zählte inzwischen knapp 70 aktive Feuerwehrmän¬ner.
Die Vorstandschaft stieß mit ihrem Antrag auf offene Ohren in un¬serer Gemeindeverwaltung, und somit konnte 1980 bereits die Grundsteinlegung für ein neues Feuerwehrhaus an der Bahn-hofstraße erfolgen.

Auch im Jahr 1980 blieb unsere Wehr nicht verschont von Einsätzen verschiedener Art. So muß-ten sie unter anderem einen Waldbrand im Föhrenwäldchen, in der Nebenerwerbssiedlung einen überhitzten Ölofen und in Klosterlechfeld bei der Familie Eichhorn einen Wohnungsbrand lö-schen.
Dazu kamen auch wieder verschiedene Einsätze mit der Rettungs¬schere. Ausruhen durfte die Freiwillige Feuerwehr auch 1981 nicht. Bei insgesamt 8 Einsätzen verschiedener Art mußte sie auch wieder ihren Mann stehen.
Um bei Wohnungsbränden besser und wirkungsvoller eingreifen zu können, wurde die Wehr in diesem Jahr mit Atemschutzgeräten ausgerüstet.

Das Jahr 1981 war auch in anderer Sicht ein sehr ereignisreiches Jahr, konnte doch dank 1200 freiwilliger Arbeitsstunden von aktiven Kameraden (z. B. Anbringen von Holzdecken im gesam-ten Obergeschoß) am 26. September unter großer Anteilnahme der Bevöl¬kerung das neue Feuer-wehrhaus eingeweiht werden.


Dafür, daß dieser Neubau in so kurzer Zeit verwirklicht werden konnte, ergeht noch heute unser aller Dank an die damaligen Gemeindeväter.

Unsere aktiven Kameraden der Feuerwehr hatten sich gerade von den vielen Arbeitsstunden am neuen Feuerwehrhaus erholt, da kam im Dezember 1982 die Nachricht, daß unsere Wehr aus Bundeswehrbe¬ständen der Fliegerhorstfeuerwehr ein Tank-löschfahrzeug erwerben könnte. Nach der Genehmigung durch die Gemeinde wurde dieses Fahrzeug im Frühjahr 1983 übernommen, und die aktiven Kameraden un¬terzogen es in Eigenarbeit einer Generalüberholung, wobei sie abermals 700 Stunden ihrer Freizeit opferten. Im September 1983 erfolgte die kirchliche Weihe des wieder neu einsetzbaren Fahrzeuges. Dieses Tanklöschfahrzeug war von großem Vorteil für Einsätze mit der Rettungsschere, da bis dato bei Verkehrsunfällen immer eine auswärtige Wehr wegen Brandgefahr am Unfallort anwe¬send sein mußte.
Zwischen diesen Arbeiten mußte die Wehr auch des öfteren zu Einsätzen ausrücken, wie unter anderem zu einem Zimmerbrand in der Tankstellensiedlung, einem Dachstuhlbrand in Lagerlech-feld und ei¬nigen Verkehrsunfällen auf der Bundesstraße 17.

Bereits im Januar 1985 wurden die Weichen für das Vereinsjubiläum gestellt, bis dann im Juli 1986 die Freiwillige Feuerwehr ihr 85-jähriges Gründungsfest feiern konnte. Durch Spenden finanziert konnte zum gleichen Termin eine wunderbare handgestickte Vereinsfahne geweiht werden. Die Feier erstreckte sich über 4 Tage, wobei der wichtigste Tag, der Sonntag mit Fest-gottesdienst, Fahnenweihe und Festzug im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fiel. Die 90 Vereinsabordnungen und die zahlreichen Festwägen mu߬ten wegen starker Regenfälle im Fest-zelt bzw. in den Unterstell¬plätzen bleiben.
Mit dem Erlös aus diesem Fest wurde im Feuerwehrhaus ein Floriansstüberl ausgebaut. Es wurde rechtzeitig zum Faschingsdienstag 1987 fertig.
Trotz Vereinsjubiläum und Fahnenweihe mußte die Feuerwehr zu 11 Einsätzen ausrücken, meist zur technischen Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen.
Neben den 9 Einsätzen im Jahre 1987 wurde im November ein neues Mehrzweckfahrzeug in den Dienst der Feuerwehr gestellt. Das aus dem Jahre 1965 stammende alte Fahrzeug kam nicht mehr durch die TÜV-Untersuchung.

1988 war bei nur 4 Einsätzen ein sehr ruhiges Jahr. Im Jahre 1989 stieg dann allerdings die An-zahl der Einsätze wieder auf 9 an. Bedingt durch den Bau höherer Häuser im Ort bekam die Feu-erwehr im Juli 1989 eine Anhängeleiter DL 16/4. Durch den immer größer wer¬denden Fahrzeug-park wurde der Platz in der Fahrzeughalle zu klein, so daß bei der Gemeinde ein Antrag auf Er-weiterung des Gerätehauses gestellt wurde. Dieser Antrag wurde dann im Jahre 1990 genehmigt, jedoch noch nicht ausgeführt.
Das Jahr 1990 war sehr stürmisch. Der Orkan Wiebke hielt die akti¬ven Feuerwehrmänner auf Trab. Zu insgesamt 37 Einsätzen wurde die Wehr gerufen.

Eine besondere Aktivität im Jahre 1991 war die Fahrt einer Abordnung zur Feuerwehr der Part-nergemeinde Großschweidnitz in Sachsen, um die von der Gemeinde beschlossene Partnerschaft zu vertiefen. Das dies uns gelungen ist, zeigte uns der Gegenbesuch zu unserem 90-jährigen Gründungsfest. Dieser Höhepunkt des Jahres 1991 wurde an drei Festtagen gebührend gefeiert. Ein Tag der offenen Tür mit Fahrzeug- und Geräteschau für die gesamte Bevölkerung rundeten das Programm ab.



Am 6. Mai 1992 erfolgte die Eintragung des Vereins in das Vereinsregister beim Amtsgericht Schwabmünchen unter den Namen „Freiwillige Feuerwehr Klosterlechfeld e. V.“.

Am 29. April 1993 konnten die aktiven Kameraden ein neues Löschfahrzeug LF 8/6 in Karlsruhe bei der Firma Metz abholen. Die feierliche Weihe und die offizielle Übergabe durch die Ge-meinde fand dann am 10. Oktober 1993 statt. Verbunden mit der Fahrzeugweihe wurde erstmals in Klosterlechfeld das Floriansfest zu Ehren unseres Schutzpatrons, dem Hl. Florian, durchge-führt.

Am 7. April 1994 fand in Biburg die Gründungsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes statt. Wir waren von Anfang an dabei und unterschrieben wie 50 andere Feuerwehren das Gründungsprotokoll.

Eine lange Reihe von Vorständen, Kommandanten und sonstigen Chargen hat im Laufe der Jahre der Freiwilligen Feuerwehr treu gedient:


Als Vorstand: Heinrich Neumayer, Viktorin Frühholz, Wikterp Wörle, Peter Bullinger, Wikterp Wörle, Otto Plocher, Magnus Kittinger, Josef Urban, Rudolf Wünsch, Helmut Trometer, Franz Kampen, Thomas Thalheimer

Als Kommandant: Landolin Weck, Kaspar Trometer, Leonhard Kittinger, Leo Ritter, Karl Simnacher, Nikolaus Kittinger, Peter Immel, Magnus Kittinger, Fritz Schoening, Erwin Gsöll, Karl-Heinz Kuhn, Hermann Däubler, Engelbert Streifinger, Erwin Mayer

Heute zählt die Freiwillige Feuerwehr 217 Mitglieder (65 Aktive, 152 Passive), darunter einige Ehrenmitglieder - Andreas Gleich, Josef Drexel, Max Gsöll, Xaver Merk, Schoening Fritz, Krünes Karl und ein Ehrenkommandant - Hermann Däubler -, die fast alle schon länger als 50 Jahre dem Verein angehören.

Somit wäre die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Klosterlechfeld aufgezeigt. Die Geschichte von Bürgern, die füreinander und miteinander im guten Geiste etwas zu tun bereit waren, was allzuleicht übersehen und vergessen wird. Mögen sich weiterhin immer junge Leute bereit finden, das zu tun und weiterzuführen, was seit 95 Jahren besteht, getreu nach dem Leitspruch auf unserer Vereinsfahne.



"Helfen in Not, ist unser Gebot"

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